First Class Reise

Die Perle vom Bosporus

03 Jul, 2018
Die Suleyman Moschee

Byzanz – Konstantinopel – Istanbul

Schon lange vor den alten Griechen wusste man von der politisch und wirtschaftlich wichtigen Lage des Siedlungsgebietes, welches heute noch als Istanbul bekannt ist. Die Griechen nutzen die Verbindung zwischen Schwarzmeer und Mittelmeer, um Getreide von Athen in ihre anderen Polis zu transportieren. Außerdem wollte man die Schlüsselstelle zwischen der Landverbindung von Europa nach Asien sowie die Schlüsselstelle, die die Ägäis und das Schwarze Meer verbindet beschützen. Dies war die Geburtsstätte von Kalchedon, dem Vorläufer von Byzanz, welche Konstantinopel werden sollte und damit später Istanbul… Wissen Sie eigentlich, dass Istanbul auch die Stadt der 1000 Namen genannt wird? Ungefähr um 660 v. Chr. kam es durch die Thraker zu einer zweiten Stadtgründung. Diese wurde als Byzantion bezeichnet. Da dieser Ort viel schöner war schimpfte man Kalchedon von nun an nur noch „Stadt der Blinden“. Istanbul ist aufgrund seiner Lage, seit der Gründung als Kalchedon und Byzanz so ziemlich in sämtliche Kriege der Geschichte verwickelt gewesen - was auch die vielen Namen erklärt. Dies würde aber den normalen Rahmen eines Blogeintrages sprengen.

Namensgebung

Doch wieso konnte sich der Name Istanbul aus den über 1000 Mitbewerbern so gut halten? Nun das ist ganz einfach. Schon in der Antike galt Istanbul einfach nur als die Stadt. In skandinavischen Ländern gibt es noch den Namen Miklagard, welches große Stadt bedeutet oder im russischen einfach nur Kaiserstadt. Sowohl zur Zeit der Römer (Ost Rom) als auch für das Byzantinische Reich und die Osmanen war Istanbul die Hauptstadt. Weil es mit seinen 500.000 Einwohnern als Zentrum der Welt galt. Wenn man von einer Stadt sprach, meinte man Konstantinopel. Es gab einfach keine Konkurrenz. Und nichts Vergleichbares. Die Mauern sorgten für Schutz und jeder Herrscher oder Eroberer wollte mit einer neuen Kirche oder einer noch größeren Moschee seinen Namen ewig wären lassen. Dies sorgte für bedeutende Moscheen, eindrucksvolle Kirchen und eine Stadt, die wie keine zweite gefüllt ist mit Sehenswürdigkeiten.

Was hat die schöne Metropole am Bosporus zu bieten?

Derzeit leben in Istanbul 15,3 Millionen Einwohner. Und dank ihrer abwechslungsreichen Geschichte ein mannigfaltiges Repertoire an Sehenswürdigkeiten. Dies wussten auch 10,486 Millionen Gäste im Jahr 2013 zu schätzen. Eingereist sind diese über die zwei Flughäfen, zwei Busbahnhöfe, zwei Bahnhöfe sowie den Hafen und dem ausgebauten Autobahnnetz. Darum ist Istanbul auch ein bedeutender Knotenpunkt für den nationalen und internationalen Personen- und Güterverkehr geworden. Istanbul ist, obwohl nicht Hauptstadt der Türkei, das Zentrum für Kultur, Handel, Finanzen und Medien. Was gibt es in Istanbul alles sehen? Vieles. Okay, ein paar Informationen geben wir Ihnen doch mit auf den Weg. Hier haben Sie 4 Sehenswürdigkeiten, die nach persönlichem Interesse ausgesucht wurden. Wenn Sie die Zeit finden, besuchen Sie einmal selbst die Perle am Bosporus. Es lohnt sich. Fangen wir an mit den Sehenswürdigkeiten.

Die Kirche, die zur Vorzeige Moschee wurde

Die Hagia Sophia liegt im Stadtteil Eminönü, einem europäischen Teil Istanbuls. Ihr Name bedeutet so viel wie „heilige Weisheit“. Kaiser Justinian verfolgte mit dem Bau der Kuppelbasilika 600 n.Chr. ein besonderes Projekt. Die Hagia Sophie ist heute die letzte spätantike Großkirche. Dazu ist sie in ihrer Bauweise so einzigartig, dass man von ihr als Kirche ohne Vorbilder und ohne Nachahmung spricht. Die Kuppel gilt mit 32m Spannweite, als größte Kuppel mit nur 4 Tragepunkten. Die Kirche gilt Architektonisch als eines der bedeutendsten Gebäude aller Zeiten. Russland steht seit geraumer Zeit in scharfen Verhandlungen, die Hagia Sophia als Zeichen des guten Willens wieder zu einer Orthodoxen Kirche werden zulassen. Derzeit ist sie aber noch ein Museum, welches ab und an, unter heftigsten Kritiken wieder als Moschee genutzt wird. Ihrem Vorbild folgten zwei weitere der Fünf wichtigsten Moscheen. Zum einen wäre da die Sabancı-Zentralmoschee und die Sultan-Ahmed oder auch Blaue Moschee.

Sultan Ahmed Moschee

Direkt gegenüber der Hagia Sophia befindet sich die blaue Moschee, der eigentliche Name ist Sultan-Ahmed-Moschee, aber aufgrund der blau weisen Fliesenverzierung wird sie als blaue Moschee betitelt. Die Sultan-Ahmed-Moschee gehört UNESCO-Weltkulturerbe und wurde 1606 bis 1616 erbaut. Die blaue Moschee sowie die Hagia Sophia sind ein sehr beliebtes Fotomotiv bei den Touristen. Auch weil man aus vielen Winkeln direkt beide Sakralbauten auf ein Bild bekommt. Beim Bau der Blauen Moschee wandte der Architekt einen Trick an, um die überteuerten Wünsche des Auftraggebers nicht befolgen zu müssen. Heute wissen wir durch den damaligen Hofchronisten, dass der Sultan die Minarette vergolden wollte. Da dies aber im Budget für das Unternehmen nicht mehr verfügbar war, machte er aus dem türkischen Wort „altın“ für Gold das Wort für die Zahl „altı“ also sechs. Noch heute hängen im oberen Teil des Westeingangs Eisenketten. Sie zwangen den Sultan, zu einer demütigen Geste. Konnte er nicht mehr erhobenen Hauptes in die Moschee reiten, sondern war gezwungen seinen Kopf zu neigen. Dadurch, dass die Blaue Moschee als Hauptmoschee von Istanbul gilt, wurde sie von Christlichen Päpsten für Akte genutzt, die Frieden zwischen dem Islam und dem Christentum zum Ausdruck bringen sollten. Sowohl Papst Benedikt XVI als auch Papst Franziskus besuchten die Moschee und verharrten in einer Art meditativen Gebet. Papst Benedikt XVI nahm dabei die für Muslime übliche Haltung ein, während Franziskus mit gesenktem Haupt und gefalteten Händen Richtung Mekka still stand.

Der Taksim – Platz

Taksim Meydanı mit seinem Denkmal der Republik. Er ist ein zentraler Platz und einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im europäischen Teil Istanbuls. Er existierte ab 1731 und war ursprünglich für die Wasserverteilung von Istanbul zuständig. Heute ist der Platz eher für sein im Jahre 1928 errichtetes Denkmal der Republik, oder auf Türkisch „Cumhuriyet Anıtı“, bekannt. Das Denkmal soll an die Gründung der Türkischen Republik im Jahre 1923 erinnern. Das Denkmal ist 11 Meter hoch und zeigt wichtige Würdenträger, die an der Gründung der Republik maßgeblich beteiligt waren. So wird auf der südlichen Seite der Gründer Mustafa Kemal Atatürk als Staatsmann gezeigt und auf der nördlichen als hochrangiger Militär. Die Militär Ansicht des Denkmals steht als Erinnerung an die türkischen Befreiungskriege. An dem Denkmal finden an nationalen Feiertagen oft offizielle Zeremonien statt.

Der Kapalı Çarşı

Der überdachte Markt (deutscher Name) ist ein Basar im Stadtteil Eminönü. Auf einer Fläche von 31.000m² gibt es hier seit dem 15. Jahrhundert alle möglichen Geschäfte in verschiedene Themen Bereiche unterteilt. Dies wird auch an den Straßennamen deutlich. So heißt die Straße für Antiquitätenhändler einfach „Sahaflar caddesi“ was übersetzt Antiquitätenhändlerstraße heißt. Sobald die Geschäfte schließen werden auch die Eingänge zu den überdachten Gassen verschlossen. Ursprünglich bestand der Mark aus hölzernen Dächern und Ständen, durch große Feuer, welche bedingt durch die enge Besiedelung immer wieder weite Teile des Marktes niederbrannten, entschied man sich aber Stück für Stück für eine steinerne Lösung. Das größte Datierte Feuer geht auf das Jahr 1690 zurück, wo geschätzt Waren im Wert von 3 Millionen Kuruş verbrannten. Dies entspricht einem Wert von 2 Millionen Goldstücken. Der Mittelpunkt des Marktes ist der „Eski Bedesten“, was für alte Tuchhalle steht. Ursprünglich war dieser Teil des Marktes als Schatzkammer gedacht. Heute befinden sich hier die Gold - und Silberhändler. Früher waren hier die Luxusgüter zu finden. Und man konnte die Hallen nur betreten, wenn man ein Angesehener Bürger war, welcher über die nötigen Finanzen verfügte. Danach nistete sich hier sogar eine Bank ein. Reiche, private Kaufläute nutzen die Halle als Tresor für ihr Privatvermögen. Süleyman der Prächtige ließ den Markt später noch einmal um die neue Tuchhalle erweitern. Heute heißt diese Halle „Sandal Bedesten“ auf Türkisch.

Dies sind natürlich nicht alle Sehenswürdigkeiten, die man in Istanbul sich anschauen kann. Aber die, die wir für besonders wichtig fanden.