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Die Große Mauer - Chinas berühmtestes Bauwerk

22 Okt, 2016

Die Große Mauer - Chinas berühmtestes Bauwerk

Die sich in Nordchina hinziehende Chinesische Mauer stellt heute nicht nur ein einmaliges historisches Monument dar, sondern ist auch eines der bekanntesten Ziele für China-Touristen.

Tausende Kilometer lang

Die Chinesische Mauer zieht sich über tausende Kilometer nördlich von Peking (Beijing) von der heutigen Grenze zu Nordkorea bis zur Stadt Jiayuguan in der Provinz Gansu entlang. Nördlich dieser Linie liegen insbesondere die chinesischen Großregionen Mandschurei und Innere Mongolei sowie die Mongolische Volksrepublik.

Die chinesische Bezeichnung für die Chinesische Mauer lautet übersetzt 10.000-Li-Mauer (1Li = 0,5 km). Damit ist keine akkurate Längenbezeichnung verbunden, sondern es soll zum Ausdruck gebracht werden, dass die Mauer schier unendlich lang ist. Die genaue Länge der in China häufig „Große Mauer“ genannten Befestigungsanlage ist strittig. Diese Unklarheit steht im Zusammenhang mit unterschiedlichen Bewertungskriterien, was der in verschiedenen, nicht überall verbundenen Abschnitten erbauten Befestigungsanlage zugerechnet werden kann und was nicht. So sind zum Beispiel Hügel und Bergkämme in die Anlage integriert, an anderen Stellen ist das Mauerwerk zerstört, verfallen oder abgetragen worden. So variieren die Längenangaben je nach Bewertungskriterien zwischen 6.500 und 21.200 Kilometer Länge. Die seit 1987 zum UNESCO-Welterbe zählende Mauer gilt unabhängig von den exakten Längengaben als das weltgrößte Bauwerk. Allerdings kann die maximal zehn Meter breite Mauer nicht, wie oft behauptet wird, als einziges Bauwerk der Erde mit bloßem Auge vom Orbit aus gesehen werden.

Tausende Jahre alt

Mit dem Bau der Mauer wurde mutmaßlich im 7. vorchristlichen Jahrhundert begonnen. In den Folgejahrhunderten sind an der die Mauer ständig Ergänzungen und andere Abänderungen vorgenommen worden. Die letzten wesentlichen Baumaßnahmen - abgesehen von den Restaurierungen in neuester Zeit – wurden zurzeit der von 1368 bis 1644 in China herrschenden Ming-Dynastie durchgeführt.

Schutzbau gegen Nordvölker

Die Mauer stellt eine häufig die örtlichen geologische Begebenheiten mit einbeziehende Kombination aus Mauern sowie zehntausenden Wach- und Signaltürme dar. Zum Teil haben die bis zu 16 m hohen Türme den Charakter kleiner Festungen. Die Befestigungen sollten insbesondere das Kernland der Han-Chinesen vor dem Einfall nördlicher Reitervölker schützen. Daneben spielten die Befestigungen aber auch zeitweise eine wichtige militärische Rolle im Kampf chinesischer Teilfürsten gegeneinander oder als Basis für Strafexpeditionen in den Norden. Zudem etablierte sich die Mauer auch als Transport-Route für Nachrichten und Waren.

Touristische Attraktion

Große Teile der Mauer sind verfallen, aber es gibt zahlreiche aufwändig restaurierte und instandgehaltene Abschnitte, die einen hervorragenden Einblick in die altchinesische Festungsbaukunst und Geschichte erlauben. Ungefähr zehn Millionen Touristen besuchen jährlich Chinas Große Mauer. Im knapp 100 km nordwestlich von Peking entfernten Jindu-Bergzug bei Badaling können die Besucher wie vor ihnen US-Präsident Nixon bei seiner historischen China-Reise 1972 oder UK-Premierministerin Margaret Thatcher den wohl berühmtesten und meistbesuchten Mauerabschnitt besuchen. Aber es gibt auch etliche Mauerensembles, die weniger frequentiert sind. So wie bei Jinshanling 120 km nordöstlich von Peking, bei Mutianyu (70 km nordwestlich von Peking) oder bei Huanghua (70 km nördlich von Peking).